Bund historischer Bürger- und Landwehren

in Bayern


 

 


 
Wer wir sind - was wir tun - wofür wir stehen

Der Bund Historischer Bürger- und Landwehren in Bayern ist ein Zusammenschluss von Vereinen, die an die Tradition erinnern, als die Bürger ihre Städte noch selber beschützen oder beschützen mussten. Der Zeitraum umfasst mehr als 200 Jahre von ca. 1600 bis 1869 in den unterschiedlichen Fürstentümern auf dem Gebiet des heutigen Freistaates Bayern.
Am meisten stechen die weiß-blauen Uniformen der königlich bayerischen Bürger- und später Landwehren hervor, deren Tradition vor 200 Jahren begann. In dieser Zeit war das junge Königreich Bayern durch äußere Feinde bedroht, die bis tief in das Königreich eingedrungen waren. König Max I. Joseph und sein Minister Monteglas wollten das Engagement der Bürger für die Sicherung ihres Eigentums nutzen. Gleichzeitig bot dies die Möglichkeit, die verschiedenen neuen Reichsteile, Franken und Schwaben, die unterschiedlichen Depandancen böhmischer, preußischer und österreichischer Adelsgeschlechter sowie die unterschiedlichen Konfessionen zu integrieren.

Am 3. April 1807 wurde das Bürgermilitär in allen Städten, Märkten und Flecken gegründet. Es war dem Ministerium des Inneren unterstellt. Denn trotz des Titels (Bürgermilitär, Nationalgarde III. Klasse und Landwehr) und trotz der schönen Uniform und der militärischen Dienstränge, war es doch eine Einrichtung, die eher der Polizei ähnelte als dem Militär. So hieß es im Gründungsgesetz:

Nie kehrt der Bürger seine Waffe gegen den äußeren Feind

 

Dieser zivile Charakter zeigt sich auch in den Aufgaben der Landwehr:

- Feuerwache und Sicherung des Brandplatzes gegen Diebstahl
- Überwachung der Polizeistunde
- Überführung von Verbrechern an die Gerichte
- Sicherung der Gemeinde gegen Eindringlinge jeglicher Art durch Tag- und Nachtwachen und Kontrolle an den Toren
- Sicherung der Gemeinde bei drohenden Unruhen
- Repräsentation der Gemeinde bei Feierlichkeiten jeglicher Art:
   - bei Besuchen höherer und höchster Persönlichkeiten
   - Teilnahme an den Fronleichnamsprozessionen und an deren Festen
- Übung mit dem Gewehr am Sonntag auf dem Schießplatz und in speziellen Manövern
- Sonntägliche Platzkonzerte für die Bevölkerung


Unsere Ziele:
Der Landesverband und seine Mitglieder pflegen die Tradition um an die Geschichte zu erinnern. Gemäß dem Wahlspruch:

Die Heimat lieben,
vom guten Alten das beste erhalten,
die Kameradschaft pflegen,
den Herrgott ehren,
das ist die Pflicht der Bürger- und Landwehren.

 

verstehen wir uns als Bindeglied zwischen der Vergangenheit, der Gegenwart und hinein in die Zukunft. Unser Ziel ist es, das Gute der Vergangenheit für die Zukunft mitzuteilen; unserer Gegenwart die Augen zu öffnen, um die Fehler der Vergangenheit nicht wieder zu begehen und durch die völkerübergreifende Traditionspflege das gegenseitige Verständnis füreinander zu stärken, um den Frieden für die Zukunft zu sichern.

Was wir tun:
Durch unsere Veranstaltungen und unser Mitwirken am gesellschaftlichen Leben versuchen wir, die Menschen anspruchsvoll zu unterhalten und unsere oben genannten Ziele den Mitmenschen näher zu bringen.
Unsere Gruppen nehmen zu Repräsentationszwecken der Städte und Gemeinden, bei kirchlichen Veranstaltungen der unterschiedlichen Konfessionen, der Bundeswehr , der bayerischen Staatsregierung und dem Haus Wittelsbach teil.
Mit der Mitgliedschaft bei der "Union der Europäischen Wehrhistorischen Gruppen" wird die völkerverbindende Zusammenarbeit intensiviert

 

Forschung:
Die Traditionspflege führt zwangsweise zur historischen Forschung. In enger Zusammenarbeit mit dem Bayerischen Armeemuseum in Ingolstadt trägt der Bund der historischen Bürger- und Landwehren aktiv zur Erforschung der Geschichte unseres Landes bei. Zur Geschichte der Bürgerwehren und insbesondere des Bürgermilitärs zwischen 1807-1869 finden alle Interessierten kostenlose Informationen zur Gesetzessammlungen, das Vorhandensein früherer Standorte und historischer Personalien auf unserer Homepage im Internet.